Unterwegs auf dem Camino de la Costa
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Schöne! Dem Meer entstiegen, schaumgeboren. Ich liebe es, wenn der Wind sanft Deine grünen Locken bewegt, wenn dein schwarzer Körper in der glühenden Sonne dampft und der Sand von deinen Schenkeln rieselt. Meine Seele träumt Beim Rauschen der Wellen von frühen Tagen und Tanausu. La Palma!! Isla bonita! Im Sommer 2008 schrieb mir Irene von ihrer Idee, auf dem Camino Real de la Costa mehrere Tage die Insel zu umwandern. Ich war sofort Feuer und Flamme. Wir planten 6 Tage ein. Es galt 159 km und ca. 6400 Höhenmeter zu überwinden. Ich hatte einzelne Etappen schon erwandert, aber im Norden kannte ich einige Barrancos noch nicht. Ausserdem reizte mich das Übernachten unterwegs in abgelegenen Dörfern oder gar Höhlen. Das wäre ja nochmal ein Abenteuer, dachte ich. Irene organisierte die einzelnen Etappen und die Übernachtungsmöglichkeiten. Sie kannte die ganze Strecke und hatte sie für einen ihrer Reiseführer auserkoren und beschrieben, aber unterwegs übernachtet hatte sie auch noch nicht. |
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Am Samstag, dem 28.3.09 kriegten unsere Männer letzte Instruktionen zum Überleben und um 10.15 Uhr ziehen wir fröhlich in San Nicolas los; Endziel für diesen Tag ist Fuencaliente. Es gibt 800 Höhenmeter zu ueberwinden und ca. 15 km zu erwandern, mit einem Rucksack von 9 kg. Wir laufen ca. 2 km die Strasse entlang und biegen nach den letzten Häusern von Jedey rechts auf eine Erdpiste ab. Der Weg ist gesäumt von Margeriten, Geranien, Natternköpfen. Farnkraut vermischt mit lila Cinarien bildet zur Küste hin einen Teppich. Rechts begleitet uns das Meer, die Landschaft wird einsamer und trockner. Hinter einem Wald von weissen Lilien (Asphodilien) , die links und rechts des Weges stehen und bis zu 2 m hoch sind, beginnt eine beeindruckende Lavalandschaft, der sich ein Kiefernwald anschliesst und schliesslich in 750 m erreichen wir die Landstrasse. Puh, die grösste Anstrengung für diesen Tag ist überwunden. Es ist sonnig, die erste Wasserflasche ist leer; der Rucksack immer noch schwer. Schwierigkeiten bereitet mir das Absetzen, ich renke mir fast die linke Schulter aus, und beim Aufsetzen, kippe ich fast vornüber. Das muss aber noch geübt werden. Wir laufen ca. 800m über die Landstrasse, dann biegen wir links auf eine Forstpiste ein und wandern bis zum Hoyo Frio hinauf, einem alten Vulkankegel mit flacher Sohle, und machen hier, inmitten von Kiefern, blühendem Klee und Cinarien unsere Mittagspause. Danach geht es weiter auf der Piste. Leicht bergab, auf der rechten Seite immer das blaue Meer im Blick.. In kleinen Senken stehen Kastanienbäume und die Hänge haben Weinberge auf ihrem Rücken. Dazwischen immer wieder viele Blumen und blühende Sträucher. |
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Fuencaliente erreichen wir nach 6 Stunden am späten Nachmittag. Ich bin gespannt auf die Pension. „Los Volcanos“ – eine freundliche Spanierin empfängt uns, eine enge Treppe und ein langer dunkler Gang führt uns zu unserem Appartement, das nach hinten auf eine begrünte, mit blauen Königswinden berankte Mauer hinausgeht und sehr ruhig wirkt. Die Wände sind himmelblau mit einem Dekorand in Rosttönen gestrichen. Auch die Fenster haben einen Dekorand. Wir haben einen kleinen, quadratischen Balkon und eine kleine Küche. Zunächst beschliessen wir fein zu speisen. Wir gehen in das Restaurant Era, das einen recht schönen Palmengarten hat und werden nicht enttäuscht. Anschliessend machen wir einen Abendspaziergang durch den Ort bei untergehender Sonne. Die Häuser liegen alle so ruhig da. Es riecht nach Kiefernwald. Kleine, schöne Laternen säumen die Strasse bis zur Kirche hinauf. Plötzlich hören wir heisse Musik. Ich glaube es nicht: im Kulturhaus ist Schwof. Etwa 30 Paare, meist weisshaarig bewegen sich gekonnt und schön zu den Klängen einer echten Sechsmannkapelle. Paso doble, Swing, Foxtrot. Die Herren in vollendeter Haltung, kein Gehampel und Gezampel. Sieht aus wie Tanzkursus fuer Fortgeschrittene, meint Irene. Mich erinnert das ganze Bild an eine Skulpturengruppe von Balkenhol, die ich mal in einem Museum in Duisburg gesehen hatte. Auf riesige Baumstämme, so in Augenhöhe, hatte der Künstler tanzende Paare, buntbemalt, herausgearbeitet Die Nacht ist sch.....kalt. Wir behalten die Socken im Bett an. Nachts holt Irene noch die Tagesdecke. Unter 3 Decken schlafe ich wunderbar. Zum Frühstueck geht es in die Bar Parada. Ein riesiges Bocadillo mit Käse, sonst aber sehr trocken, wird geteilt; die Hälfte geht mit auf die Wandershaft. Der Wirt füllt unsere Thermoskanne mit Kaffee und los gehts |
Um 10.15 Uhr am Sonntag, dem 29.3.09. Wir steigen hinter der Kirche in den Kiefernwald hinauf. Auf der linken Seite schauen wir noch eine Weile auf die von der Morgensonne bestrahlten terrakottafarbenen huebschen Haeuser von Fuencaliente. Langsam geht es in grossen Serpentinen in den Wald hinauf. Die Sonne sendet breite Streifen durch die Bäume wie Himmelsleitern, auf denen die Engel wahrscheinlich hinunterklettern und die Seelen hinauf. Der Waldboden ist eine grüne Matte mit gelben Blüten. Es herrscht eine mystische Stille. Nur ab und zu meldet sich ein Vogel. Die Landschaft öffnet sich,Weinberge auf der linken Seite und auf der gegenüberliegenden das weite,blaue, leere Meer mit einem weissen Wolkensaum wie der Sahnerand auf einem Obstkuchen. Von Ferne grüsst der Fortaleza von Gomera herüber. Wir laufen voller Freude auf den Camino de las Flores zu in Erwartung vieler Blumen und weiterer Höhepunkte in der Landschaft. Ja, denkste Kumpel! Gegen 12 Uhr ziehen plötzlich dicke Wolken auf, es fängt dann auch gleich an zu regnen. Die Regenhose und der wasserdichte Anorak müssen ihre Generalprobe bestehen. Auch über den Rucksack kommt das Verhüterli. Es giesst nun aus vollen Kannen. Die Sicht ist gleich Null. Und nach einer weiteren halben Stunde ist Irene nass bis auf die Haut und ich – na,ja – sagen wir ein feuchtes, klebriges Gefühl macht sich auf meinem Körper breit. Wir gehen abwärts und landen in La Luna in der Bar Casa Augusta. Laut lärmende besoffene Kerle empfangen uns – der sonntägliche Frühschoppen auf der Insel. Eine sehr junge Wirtin hält die Bande in Schach. Respekt! Irene zieht sich um und weil der Regen nach zwei Stunden immer noch nicht aufhört, beschliessen wir, den Bus in Richtung St. Cruz zu nehmen und unterwegs auszusteigen, sollte das Wetter besser |
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werden. Leider müssen wir bis Santa Cruz durchfahren. Von den 18 km sind wir 10 km gelaufen. Gegen 16 Uhr erreichen wir unsere Pension. Ein schönes Appartement im vierten Stock eines alten palmerischen Stadthauses erwartet uns. Wir machen uns frisch und beschliessen, unsere Stimmung mit einem schönen Abendessen zu heben. Das ist in Santa Cruz am Sonntag aber nicht möglich. So was von toter Hose in der Stadt, da ist ja auf dem Zentralfriedhof in Wien am Sonntag mehr los. Alle Cafes und Restaurants sind geschlossen und die ganze Stadt ist wohl in einen Sonntagsschlaf gefallen, denn wir sehen auch keine Menschen auf den Gassen.Halt! Fast am Ende der Calle Maritima hat das Ola ab 19 Uhr geöffnet. Das Restaurant ist im ersten Stock, es ist zehn Minuten vor sieben und wir beschliessen hinaufzugehen und schon mal mit dem Rotwein den Abend zu beginnen. Langsam füllt sich der Comedor, nur vom Service ist nichts zu sehen. Wir sitzen am Fenster, schauen aufs Meer und verdursten langsam. Nach einer halben Stunde kommt eine Bedienung und ist sehr erstaunt, dass wir da alle sitzen. Ja, was hat sie erwartet? Ausserirdische, oder was? Am Essen ist dann nichts auszusetzen. Montag, den 30.3.09 Da der Camino de la Costa sich bis Puntallana fast nur an der Strasse entlang windet, beschliessen wir, um 10,15 Uhr den Bus zu nehmen. Irene kauft noch schnell eine Regenhose und ein Regenhemd, denn ihr Anorak ist immer noch nicht trocken. Wir frühstücken in einer kleinen Bar auf der Calle O`Daly mit dem Präsidenten des Cabildo zusammen und kriegen noch den Bus nach Puntallana. Das Wetter ist durchwachsen; bewoelkt und schwül. Um 10.40 Uhr beginnen wir unsere Tagestour auf einem engen, fast völlig zugewachsenen Wiesenpfad, der irgendwann in einen Barranco hinunter gehen soll. Es grünt, blüht und sticht von |
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wunderschönen, blühenden Disteln, die sich sicherlich gestört fühlen. Bis kurz vor dem Baranco Tangues benutze ich meine Stöcke als Machete und freue mich, dass wir nicht in Südamerika sind und mir nicht so ein Alligator aus dem Gestrüpp entgegenspringt. Irene meint, sie habe noch nie einen Alligator springen sehen, auch nicht in Mexiko. Aber, weiss mans? Fische springen auch!
Es geht weiter durch Weinberge, Bananenplantagen, Gemüsefelder leicht abwärts, rechte Seite immer das Meer, bis wir den unteren Teil von El Granel und kurz danach den Rand des Barranco Nogales erreichen und auf der anderen Seite der imposanten Schlucht den Weiler La Galga sehen. Um dahin zu kommen, steigen wir fast bis zum Meer hinab; das Meer ist heute wild, die Gischt erreicht uns fast. Der Aufstieg auf engem serpentinenreichem steinigem Pfad bringt uns ins Schwitzen. Oben angekommen sehen wir links die Montana de La Galga und rechts die Klippe. Von hier aus verläuft der Weg fast ohne Höhenunterschied zur nächsten Schlucht, zum Barranco de La Galga, in den wir wieder bis ans Meer hinabgehen und hinauf bis Los Galguitos. Wir kommen nun zur nächsten und letzten Schlucht für diesen Tag, zum Barranco de San Juan. Er ist wunderschön bewachsen mit Blumen und Sträuchern aller Art, aber der Abstieg wird zum Albtraum für mich. Überall tropft Wasser die Wände herab, der Weg selbst, unter Pflanzen verborgen, steinig, glitschig, nie einsehbar. Schritt für Schritt hangel ich mich die Schlucht hinunter. Unten zittern mir die Knie und ich bin schweissnass. Wir machen eine Pause an der kleinen Bucht, die sich auftut, ehe wir uns langsam und schon ein wenig müde wieder auf den Weg nach oben begeben. Beim Cementario von S. Andres kommen wir oben an (ich möcht mich glatt auch hinlegen) und laufen nun gemütlich in den Ort mit seinen pittoresken Gassen und malerischen Winkeln. Wir |
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wollen heute noch bis Barlovento kommen und uns der Hotel Romantica gönnen. Beim Überschlagen der Stunden, die noch vor uns liegen und beim Blick auf die Uhr – in Sauces ist es 18 Uhr – stellen wir fest, dass wir uns mit den Entfernungen etwas verfranst haben. Wir nehmen ein Taxi und sind gegen 19 Uhr im Hotel. Über sieben Stunden waren wir heute unterwegs, ca. 15 km sind wir gelaufen, vier Barrancos haben wir überquert, ca 800 m Aufstieg insgesamt. Es hat nicht geregnet Sonne und Wolken wechselten sich ab. Schwül warm empfanden wir die Temperaturen, grandios den ständigen Blick aufs Meer, das sich erst grau, dann blau mit weissen Tupfen, immer bewegt, darbot. Müde und kaputt stolpern wir nun hinter der Empfangsdame her, die uns auf verschlungenen Fluren bis zu unserem Zimmer begleitet Dann fällt uns der Kinnladen herunter. Wir öffnen die Zimmertür und sind in einer Suite. Wohnzimmer, Schrankzimmer, Bad und Riesenschlafzimmer. 7 Fenster, zwei Terrassen, Perserteppiche und was weiss ich noch. Leider gibt es keine Lautsprechertüte in der Einrichtung, so können wir uns nur schreiend unterhalten, wenn der eine im Schlaf- und der andere im Wohnzimmer ist. Für so eine Suite müsste man eigentlich auch einen Butler mit gestellt bekommen, der einem die Wege etc abnimmt oder Nachrichten von einem in das andere Zimmer bringt Wenn es nur nicht so kalt wäre. Die Zimmer riechen leicht muffig. Es hat wohl schon länger niemand mehr hier gewohnt, die Betten werden auch nach zwei Stunden Beheizung durch einen kleinen Beheizer im Zimmer nicht warm und sind klamm und kalt, wenn wir hineinsteigen. Es regnet und dicke Wolken hüllen Barlovento ein Erst einmal wird aber das Hotel in Augenschein genommen. Überall dunkle Gänge, kleine dunkle Salons, ein dunkler Wellnessbereich. Da das Hotel nur gering besetzt ist, will man wohl Strom sparen. Aber so kommt keine Romantik auf. Das |
Abendessen – ich esse Huhn in Rosmariensosse – ist essbar, das Bier dagegen sehr, sehr gut – Pilsener Urquell. Dienstag, den 31.3.09 Nach einem guten Frühstück machen wir uns gegen 10 Uhr wieder auf den Weg. Es nieselt. Nach kurzer Zeit fühle ich mich in meiner Regenschutzkleidung wie die Leberwurst in ihrer Pelle. Ich werde zwar von aussen nicht nass, aber von innen fange ich an zu dampfen. Nach einer halben Stunde, kurz ehe wir den ersten Barranco erreichen, hört es auf zu regnen. Erst mal ausziehen, fünf neugierige Katzen schauen uns zu. Dann geht es hinunter. Die ersten beiden Barrancos sind mühsam zu bewältigen. Durch den vielen Regen der letzten Tage sind die Pfade rutschig, teilweise durch herabgestürztes Erdreich verschüttet und ohnehin nur Schuhgrösse 38 breit. Wir müssen sehr aufpassen, wo wir hintreten und brauchen eine Dreiviertelstunde um die 800 m hinunter zu bewältigen . Entsprechend anstrengend ist der Aufstieg. Aber schön sind alle bis Tablado: sehr tief und bis auf den Grund bewachsen mit Lorbeerbaeumen, Ginster- und Heidebäumen. Dazwischen blühende Riesencalla, Cinarien, gelber Klee. Und dann diese Stille. Es ist einfach umwerfend. Im Barranco de Gallegos kommt uns beim mühsamen, engen Aufstieg im Galopp eine Ziegenherde entgegen. Wir klammern uns an den Hang und dann glaube ich, ich bin im Hitchcockfilm. Es sind nicht 10, nein mindestens 100 Tiere, mit langen Hörnern, die vergnügt meckernd, klingelnd in den Barranco hinunterspringen und und verwundert auf die komischen Zweibeiner gucken, die da mit einem Riesenhöcker auf dem Rücken am Felsen hängen.“Haut ab und glotzt nicht noch“, schreie ich,“ich bin gleich Fallobst hier“. Endlich ist der Spuk vorüber. Schweigend hangeln wir uns nach oben. „ In Gallego gibts eine Bar und einen Supermarkt, da gönnen wir uns |
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einen guten Kaffe und kaufen uns etwas zum Abendessen“, sagt Irene. Wir schnaufen weiter gen Himmel – ja, sehr schön – die Bar macht vor unserer Nase dicht und der Supermarkt ist auch geschlossen – Siesta – Wir machen uns Sorgen, denn unsere Wasservorräte müssen aufgefüllt werden und was sollen wir nun zu Abend essen. Irene ruft unsere Pension in Franceses an, um zu sagen, wo wir sind und wie es mit Einkaufsmöglichkeiten in Franceses steht. Es gibt dort keine, aber Ineke, unsere Wirtin, meint, wir brauchen uns nicht zu sorgen, sie kocht ein Abendessen für uns. Wir freuen uns, können wir doch von unserem Standort aus Franceses schon auf dem gegenüber liegenden Bergrücken sehen. Aber es gilt ja erst einmal den Barranco zu überqueren und das ist nochmal wieder eine gewaltige Anstrengung. Der gewaltige, imposante Barranco geht tief hinunter bis ans Meer und ist auch noch zweigeteilt, das heisst, wir müssen uns um einen Felsenrücken herum zwängen. Gegen 18 Uhr erreichen wir dann endlich Francese. Auf der Karte erschien dieser Abschnitt nicht sehr lang, Da er aber durch mehrere Schluchten geht und es grosse Höhenunterschiede zu bewältigen gilt, ist die Tour hart und anstrengend. Ich glaube, dass wir durch eine der schönsten und authentischsten Gegenden von La Palma gewandert sind. Für alle Mühen werden wir in Franceses belohnt. Ineke und Jan, zwei ganz nette Niederländer, empfangen uns mit einer Tasse Tee. Das Appartement ist schön, das Abendessen mit Rotwein köstlich. Frösche quaken uns in den Schlaf – herrlich. Mittwoch, den 1.4.09 Am frühen Morgen wecken uns die Vögel. Nach einem leckeren Frühstück bringt Jan uns mit seinem Auto ein Stück des Weges, damit wir etwas Zeit sparen, denn wir wollen an diesem Tag Garafia erreichen und nicht in der Nacht ankommen, der |
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Schlafplatz ist noch fraglich, es soll eine Höhle sein!? Im Barranco de Fagundo sehen wir auf den Flanken mehrere Wohnhöhlen, die bis ins 20. Jahrhundert noch bewohnt waren. Bei Juan Adalid verändert sich die Landschaft aprupt. Es wird kahler auf den Hängen. Wir verlassen die feuchte Nordküste. Das Gelände ist nicht mehr so zerklüftet, die Schluchten werden weniger und sind auch nicht mehr so tief. Es ist sonnig und warm. Verlassene Felder mit Sukkulentenbüschen begleiten uns. Der Barranco de Domingo führt noch mal vierhundert Meter in die Tiefe und vierhundertzehn wieder hinauf. In dieser Schlucht gibt es nochmal Drachenbäume und Palmen zu bestaunen. Nach einigen kleinen Ab- und Aufstiegen erreichen wir El Palmar auf 250 m Höhe und laufen nunmehr auf einer Piste nach Süden. Schliesslich in Salvatierre trennt uns nur noch der Barranco de la Luz von Garafia.Bei azurblauem Himmel erreichen wir schwitzend Garafia. Auf der Plaza Balthasar Martin, neben der schönen Kirche machen wir eine ausgiebige Pause. Es ist totenstill hier – Siesta totale – Die Kirche von Garafia mit ihren eigenartigen Zwillingsschiffen hat übrigens eine der schönsten Mudejardecken der Insel. Wir trinken herrlich frischen Zumo de Naranja und dösen ein wenig in der Sonne. Als der Supermarkt um 17 Uhr öffnet, kaufen wir einige Lebensmittel und Rotwein für das Abendessen, das wir uns kochen wollen und machen uns auf die Suche nach den Wohnhöhlen. Wir laufen ca. 2 km an der Landstrasse Richtung Las Trizias entlang und biegen kurz nach einem Bushaltestellenhäuschen rechts ab in einen Feldweg. Nach ca. 15 Minuten erreichen wir einen Barrancorand. Irene beginnt zu rufen, von unten kommt eine Antwort und wir steigen einen steilen, engen ungesicherten Pfad ca. 50 m hinunter, kommen an eine Wohnhöhle und treffen eine kleine, etwas schmuddelige Indianerin an, die ihrem halbwüchsigen Sohn gerade die Haare |
schneidet. Sie lässt sich erstmal nicht stören, wir müssen auf wackligen Stühlen Platz nehmen und studieren das Umfeld. Es ist nicht sehr vertrauenerweckend. Wo sollen wir denn hier schlafen? Es stellt sich dann heraus,dass die uns zugeteilte Höhle noch 50 m weiter unten am Felsen klebt. Wir sehen ein Riesenloch in der Felswand, ohne Türen, offen, direkt am Abhang, in die man noch ein kleineres Loch hineingeschlagen hat, dass soll das Schlafzimmer sein. Keine Betten, kein Strom, kein Klo. Geschissen wird frei überm Abhang. Welch ein grosses Event!! Aber nicht für uns. Wir verlassen fluchtartig das Gelände und hechten zur Bushaltestelle. Gegen 19.30 Uhr kommt ein Bus; wir beschliessen, unsere Wanderung hier zu beenden und nach Hause zu fahren.
Nach 5 Tagen , 4420 Höhenmetern und 79 km ist unsere Tour nun beendet. Dank Irenes excellenten Orientierungsvermögens und ihres Organisationstalents waren es wunderschöne harmonische Tage in dieser grandiosen Landschaft. Ich habe hier nur meine persönlichen Eindrücke zu schildern versucht. Wer sich angeregt fühlt, auch einmal diese Tour zu machen, dem empfehle ich unbedingt den Reise- und Wanderführer La Palma aus dem Mueller Verlag,
www.michael-mueller-verlag.de
der die notwendigen Informationen für diese Rundwanderung enthält. Alle Unterkünfte, in denen wir übernachtet haben kann ich empfehlen. Am schönsten war es bei Jan und Ineke in Franceses
www.loscastros.nl
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